Shopify vs. Shopware: Der ehrliche Vergleich (2026)
Shopify vs. Shopware 2026: Kosten, Betrieb, B2B, SEO und Rechnungen im Vergleich. Mit den Schwächen beider Systeme und einer klaren Empfehlung.

Kurz gesagt
- Shopify: gemietete Software mit Hosting, ab 32 € im Monat. Schnell startklar, ohne eigene Technik.
- Shopware: deutsches System mit Open-Source-Kern. Mehr Freiheit, dafür Hosting, Updates und Entwickler auf deiner Seite.
- Kosten: Bei Shopify zahlst du Abo, Gebühren und Apps. Bei Shopware vor allem Entwicklerstunden und ab 1 Mio. € Umsatz eine Lizenz ab 600 € im Monat.
- Grenzen: Shopify hat feste URLs, Checkout-Anpassung nur mit Plus und braucht für Rechnungen eine App. Shopware braucht laufend Pflege.
- Empfehlung: Für die meisten Shops im DACH-Raum liegt Shopify vorne. Shopware passt bei mehreren Marken, komplexen Preisregeln und einem festen Entwicklerteam.
Shopify oder Shopware? Die Frage höre ich oft, meist von Händlern, die neu starten oder von Shopware weg wollen. Ich arbeite mit Shopify, das solltest du beim Lesen wissen. Trotzdem stehen hier auch die Schwächen von Shopify, damit du sie vor der Entscheidung kennst.
Für den Artikel habe ich die aktuellen Preisseiten beider Anbieter, die Hilfe-Dokumentation und mehrere unabhängige Vergleiche gelesen. Die Preise sind Stand Oktober 2026.
Shopify vs. Shopware: Überblick
Shopify ist ein kanadisches Unternehmen und vermietet seine Shop-Software als Abo. Hosting, Updates und Sicherheit gehören dazu. Anpassen kannst du das Theme (in Liquid) und alles, was Shopify über Apps und Schnittstellen freigibt. An Server und Datenbank kommst du nicht heran.
Shopware kommt aus Schöppingen im Münsterland. Shopware 6 basiert auf Symfony und Vue. Die Community Edition steht unter MIT-Lizenz, du kannst sie selbst betreiben und den Code ändern. Dazu gibt es die kommerziellen Editionen Rise, Evolve und Beyond, wahlweise in der Shopware Cloud oder auf eigenem Server.
Im Alltag heißt das: Bei Shopify kümmert sich der Anbieter um die Technik, und du arbeitest innerhalb seiner Regeln. Bei Shopware hast du mehr Freiheit und trägst dafür die Verantwortung für Server, Updates und Sicherheit.
Kosten im Vergleich
Bei Shopify steigen die Kosten mit dem Umsatz und der Zahl der Apps. Bei Shopware sind die größten Posten Hosting, Updates und Entwicklerstunden. Die Shopify-Preise im Detail stehen in meinem Artikel zu den Shopify-Kosten.
| Kostenpunkt | Shopify | Shopware |
|---|---|---|
| Einstieg | Basic: 32 €/Monat | Community Edition: kostenlos bis 1 Mio. € Jahresumsatz |
| Mittlerer Plan | Grow: 92 €/Monat | Rise: ab 600 €/Monat |
| Großer Plan | Plus: ab 2.100 €/Monat | Evolve: ab 2.400 €/Monat |
| Enterprise | Plus mit individuellem Vertrag | Beyond: Preis auf Anfrage |
| Hosting | im Abo enthalten | Community Edition: 50 bis 500 €/Monat beim Hoster |
| Gebühr pro Bestellung | 2 % bis 0,2 % extra bei externem Zahlungsanbieter | keine Plattformgebühr |
| Erweiterungen | meist Monatsabo | kaufen oder mieten |
| Updates | automatisch | Community Edition: selbst einspielen und testen |
Bei Shopify fällt die Zusatzgebühr nur an, wenn du nicht Shopify Payments nutzt. Mit Shopify Payments laufen Karten, Klarna, Apple Pay und Google Pay über einen Vertrag, und die Zusatzgebühr entfällt. Dazu kommen Apps. Bei fünf bis acht Apps sind 150 bis 300 € im Monat realistisch.
Bei Shopware sieht der Einstieg günstiger aus, als er ist. Die Community Edition ist seit dem 24. März 2025 nur noch bis 1 Mio. € Jahresumsatz kostenlos (Fair Usage Policy). Darüber beginnt Rise bei 600 € im Monat, also beim Fünffachen von Shopify Grow. Wer selbst hostet, zahlt außerdem Server, Backups und die Stunden für Updates und Fehlersuche. Diese Stunden sind in den meisten Shopware-Budgets der größte Posten.
Mit externem Zahlungsanbieter zahlst du im Basic-Plan 2 % pro Bestellung an Shopify. Bei 50.000 € Monatsumsatz sind das 1.000 € im Monat.
Wo Shopify vorne liegt
Kein Betrieb, keine Updates
Hosting, Sicherheitsupdates, SSL und Lastspitzen am Black Friday übernimmt Shopify. Neue Funktionen landen automatisch im Shop, zweimal im Jahr kommen mit den Shopify Editions größere Pakete dazu. Bei Shopware plant jemand jedes Update, testet es und zieht Plugins nach.
Checkout
Der Shopify-Checkout ist schnell und auf allen Geräten gleich gut bedienbar. Mit Shop Pay, Apple Pay und PayPal Express zahlen wiederkehrende Kunden mit wenigen Klicks. Shopify gibt für Shop Pay bis zu 50 % höhere Conversion gegenüber dem Gast-Checkout an. Das ist eine Zahl des Anbieters, deckt sich aber mit dem, was ich in Shops sehe.
Start und Bedienung
Ein Shopify-Shop ist in wenigen Wochen live. Im Admin finden sich die meisten Händler nach ein, zwei Tagen zurecht, Seiten änderst du im Theme-Editor ohne Code. Shopware hat mehr Einstellungen: Verkaufskanäle, Regeln, Eigenschaften und Kundengruppen hängen zusammen, und für Änderungen am Layout brauchst du oft einen Entwickler.
Apps und Entwickler
Der Shopify App Store hat über 8.000 Apps, der Shopware Store rund 3.000 Erweiterungen. Klaviyo, Bewertungsdienste, TikTok und Instagram binden sich bei Shopify meist früher und tiefer an. Auch Entwickler und Freelancer findest du für Shopify leichter, Shopware-Agenturen sitzen fast nur im DACH-Raum.
Internationaler Verkauf
Mit Shopify Markets verkaufst du aus einem Shop in mehrere Länder, mit eigener Sprache, Währung und eigenen Preisen pro Markt.
Wo Shopify an Grenzen stößt
Diese Punkte höre ich von Händlern am häufigsten. Für die meisten Shops sind sie lösbar, du solltest sie aber kennen.
Feste URL-Struktur
Produkte liegen immer unter /products/, Kategorien unter /collections/. Verschachtelte URLs wie /damen/schuhe/sneaker/ gibt es nicht, und der Blog kennt nur Tags. Für Rankings spielt das kaum eine Rolle. Bei einem Umzug von Shopware brauchst du aber für jede alte URL eine Weiterleitung.
Checkout-Anpassung nur mit Plus
In den Plänen Basic, Grow und Advanced änderst du am Checkout Logo, Farben und Schriften und ergänzt Inhalte auf der Danke-Seite. Eigene Felder oder eigene Logik in den Schritten davor gibt es erst mit Shopify Plus.
Produktoptionen
Ein Produkt hat höchstens drei Optionen, zum Beispiel Größe, Farbe und Material. Seit Oktober 2025 sind bis zu 2.048 Varianten pro Produkt möglich. Für Produkte mit mehr Merkmalen oder einen Konfigurator brauchst du eine App.
Rechnungen
Shopify erzeugt keine Rechnung nach deutschem Standard und keine E-Rechnung. Das löst eine App oder die Anbindung an Lexoffice, sevDesk oder easybill. Shopware bringt Rechnungen, Lieferscheine und Gutschriften im Standard mit.
Abhängigkeit von Apps
Vieles, was Shopware im Standard hat, kommt bei Shopify per App, zum Beispiel Preisregeln nach Kundengruppe oder Warenkorbwert. Jede App kostet monatlich und lädt eigenen Code in den Shop. Ich halte die Zahl der Apps deshalb in jedem Shop so klein wie möglich.
Wo Shopware an Grenzen stößt
Updates und Betrieb
Shopware veröffentlicht laufend Updates, dazu große Versionen wie 6.6 und 6.7, die Plugins und Themes brechen können. Bleiben Updates liegen, wird der nächste Sprung umso teurer. Bei der Community Edition kommen Server, Backups, Monitoring und Sicherheitslücken dazu. Ohne Agentur oder eigenen Entwickler geht das kaum.
Plugins und Ladezeit
Plugins greifen tief ins System ein und können sich nach Updates gegenseitig stören. Wie schnell der Shop lädt, hängt stark vom Hosting und vom Theme ab. Ein günstiger Server macht sich direkt in den Ladezeiten bemerkbar.
B2B kostet extra
Shopware gilt als stark im B2B. Die B2B Components mit Angebotsmanagement, Budgets und Schnellbestellung gibt es aber erst ab Evolve für 2.400 € im Monat. Kundenspezifische Preise, Multi-Inventory und Abos sind laut Preisseite der Edition Beyond vorbehalten. Bei Shopify gibt es Firmenprofile, Kataloge und Staffelpreise seit April 2026 auf allen Plänen. Mehr dazu in meinem Artikel zu Shopify B2B.
Cloud mit Einschränkungen
Die Shopware Cloud nimmt dir Hosting und Updates ab. Dort laufen aber nur Erweiterungen, die auf dem neueren App-System basieren. Viele klassische Plugins funktionieren in der Cloud nicht.
Bedienung und Benutzerfreundlichkeit
Im Shopify-Admin legst du Produkte, Rabatte und Seiten ohne Vorkenntnisse an. Den Theme-Editor siehst du im Screenshot unten. Shopware 6 hat mit den Erlebniswelten einen eigenen Layout-Baukasten, der mehr kann, aber deutlich mehr Einarbeitung braucht.

SEO-Fähigkeiten
Shopware gibt dir mehr Kontrolle über URLs, verschachtelte Kategorien und SEO-Templates. Shopify setzt Sitemap, Canonical-Tags und robots.txt automatisch und ist auf seiner Infrastruktur schnell, die robots.txt lässt sich über das Theme anpassen.
Für Rankings zählen vor allem Inhalte, Ladezeit und saubere Technik. Ein schlecht gehosteter Shopware-Shop verliert gegen einen schnellen Shopify-Shop. Ein Shopify-Shop mit zwölf Apps im Theme verliert gegen einen gepflegten Shopware-Shop.
Mehrere Marken und Shops
Hier hat Shopware einen klaren Vorteil. In einer Installation laufen mehrere Verkaufskanäle mit eigener Domain und eigenem Sortiment, auch in der Community Edition. Bei Shopify brauchst du für eine zweite Marke meist einen zweiten Shop mit eigenem Abo und eigenen Apps.
Wann Shopify, wann Shopware?
Shopify passt, wenn du ...
- ohne eigenes Entwicklerteam arbeitest
- in wenigen Wochen live gehen willst
- an Endkunden verkaufst
- in mehrere Länder verkaufen willst
- Marketing-Tools wie Klaviyo oder Social Commerce nutzt
- dich nicht um Server und Updates kümmern willst
Shopware passt, wenn du ...
- eine Agentur oder einen Entwickler fest an deiner Seite hast
- mehrere Marken aus einer Installation steuern willst
- Produkte mit vielen Merkmalen oder komplexe Preisregeln hast
- deine Daten auf eigenen Servern in Deutschland haben musst
Fazit
Für die meisten Shops im DACH-Raum liegt Shopify vorne. Du startest schneller, zahlst keinen Server und keine Update-Stunden, und der Checkout verkauft gut. Dafür akzeptierst du feste URLs, einen Checkout, den du erst mit Plus frei anpasst, und ein paar Apps für Dinge wie Rechnungen.
Shopware ist die bessere Wahl, wenn du mehrere Marken aus einer Installation steuerst oder sehr eigene Preis- und Produktlogik brauchst. Dann solltest du aber ein Entwicklerteam haben, das den Shop dauerhaft pflegt.
Wenn du schwankst, rechne die Kosten für drei Jahre durch, mit Apps und Gebühren bei Shopify und mit Hosting und Entwicklerstunden bei Shopware.



